Mäuseturm in Bingen

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 Mäuseturm in Bingen Historische Überlieferungen und Legenden ranken sich um den Turm auf einer kleinen Rheininsel vor Bingen. Tatsache ist wohl, dass schon die Römer hier eine kleine Befestigungsanlage bauten. In der Herrschaftszeit der Franken verfiel diese aber mehr und mehr. Erst als Hatto II 968 die Führung im Erzbistum Mainz übernimmt und Souverän über Bingen wird, taucht der Inselturm aus dem historischen Tiefschlaf wieder auf. War Bingen bis dahin de facto eine reichsfreie Stadt, erzwingt nun die harte Regentschaft erhebliche Mehrabgaben und strenge Unterordnung der Bevölkerung.
Der Sage nach war Bischof Hatto ein grausamer Herrscher unter dem die Bevölkerung oft Hunger leiden mußte. Als es wieder einmal unerträglich war, zogen die Bürgerinnen und Bürger zum Bischof und forderten Brot und Korn. Daraufhin verwies er sie an eine Scheune, in der sie Brot und Korn erhalten sollten. Als sie in der Scheune waren, ließ er diese verschließen und in Brand setzen. Als die Menschen in ihrer Not anfingen zu schreien, sagte er zu seinen Kumpanen: "Hört nur wie die Mäuse pfeifen", worauf plötzlich tausende von Mäusen aus der Scheune strömten und den Bischof auffressen wollten. Er flüchtete darauf hin auf den Turm auf der Insel im Rhein, in der Hoffnung zu entkommen. Die Mäuse aber schwammen ihm nach und fraßen ihn bei lebendigem Leibe auf. Seit dieser Zeit heißt dieser Turm Mäuseturm.
Die Geschichte erklärt die Namensgebung anders. Danach war der Turm ein "Mautturm", d.h. Zollturm. Aus diesem Wort "Maut" ist offensichtlich im Laufe der Zeit Maus und damit Mäuseturm entstanden.
1298 wird der Turm in das Zoll-Sperrsystem der Burg Ehrenfels einbezogen. 1689 zerstören französische Truppen das Bauwerk. Erst 1855 erinnert man sich wieder seiner Bedeutung. Die Preußen errichten auf der Insel einen Signalturm für die Schifffahrt, wie er heute noch zu sehen ist.

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