Höhepunkt des Jahres im Naheland
"Nahe Hit - rad'l mit" 2010
Feste mussten auf Fußgänger setzen

Raderlebnistag
an der Nahe litt unter der schlechten Wetterprognose und weniger Attraktionen im Landkreis Birkenfeld
Drohende schwarze Wolken am Himmel den ganzen Tag über. Auch wenn das Wetter gestern unterm Strich doch
noch hielt, hatte der Raderlebnistag an der Nahe unter der schlechten Vorhersage zu leiden.
BIRKENFELD/BOOS. Deutlich weniger Zuspruch als in den vergangenen Jahren hatte der gestrige 17. Raderlebnistag „Nahe-Hit“ auf dem Nahe-Radweg
zwischen dem Bostalsee und Bingen. Das hing zum einen an der schlechten Wetterprognose und vielen dichten Wolken den ganzen Tag über, im Kreis Birkenfeld
aber auch an einer deutlich geringeren Attraktivität, nachdem der Landkreis sich im Frühjahr aus der Mitorganisation verabschiedet hatte.
So fuhr der Stargast – in diesem Jahr der frühere Weltklassesprinter und Tour-de France-Etappensieger Marcel Wüst (Köln) – nur
im Raum Bad Kreuznach. Beim offiziellen Startschuss in Boos fielen sogar einige Tropfen Regen. Auch Ute Meinhard, die Geschäftsführerin der Naheland-Touristik,
hatte sich mehr Radler erhofft. Zufrieden ist sie aber mit der Abwechslung an den Rastplätzen: „Alle haben sich sehr angestrengt.“ Schnell
noch ein paar Pellkartoffeln zur Forelle, und zwischendrin die Bratwürste wenden – die Helfer am Bootshaus der bündischen evangelischen
Jugend (beJ) in Boos mussten schon auf Zack sein. Auch deshalb ist diese Station seit Jahren so beliebt: Während Eltern in Ruhe dort die Beine ausstrecken
können, sind ihre Sprösslinge beschäftigt.
Beim Ruderverein in Niederhausen hielten weit weniger Radler zum Schnupperpaddeln als 2009. Auch bei der Winzergenossenschaft Rheingrafenberg in Meddersheim
gab's überraschenderweise fast durchgehend freie Plätze. Als Marcel Wüst hier am späten Nachmittag ankommt, wird er nur von den wenigsten
erkannt, berichtet der Pressesprecher der Kreisverwaltung Birkenfeld, Karsten Schultheiß. Auch der Idar-Obersteiner Oberbürgermeister Bruno
Zimmer und Ex-Bürgermeister Peter Simon gehören zur Delegation aus dem Kreis Birkenfeld.
Auch das Kirchplatzfest in Birkenfeld, traditionell an diesem Tag zentrale Anlaufstelle im oberen Teil des Naheradwegs, hatte unter den negativen Wettervorzeichen
zu leiden. Nach zähem Beginn entwickelte sich dort erst am Nachmittag so etwas wie Festbetrieb. Auch die Vereine in Kronweiler und Enzweiler mussten
auf Fußgängergäste zurückgreifen, das Sommerfest in Fischbach war bereits im Vorfeld abgesagt worden.
Nahe-Radler ließen Fest links liegen

Birkenfelds
evangelische Gemeinde feierte auf dem Kirchplatz bei regnerischem Wetter weitgehend unter sich
Nach einigen erfolgreichen Jahren auf dem “Gepäckträger“ des Fahrraderlebnistages
war das sommerliche Fest auf den Birkenfelder Kirchplatz heuer auf sich allein gestellt.
BIRKENFELD. Bei Weitem nicht so gut besucht wie in den Vorjahren war das sommerliche Straßenfest auf dem Birkenfelder Kirchplatz. Dies lag nicht
nur am eher an April als Juni erinnernden, nass kalten Wetter. Obwohl auf den gleichen Sonntag terminiert wie der Raderlebnistag entlang der Nahe, ließ dieser
in diesem Jahr Birkenfeld und sein Innenstadtfest links liegen - die zentralen Veranstaltungen des „Nahe-Hit - Rad'l“ mit fanden 2010 am Mittel-
und Unterlauf des Flüsschen statt, kaum ein Zweiradfahrer verirrte sich auf den Festplatz im Schatten der beiden Kirchtürme.
Dennoch war man bei der evangelischen Kirchengemeinde, deren traditionelles Sommerfest so zum Hauptprogramm des Kirchplatzfestes aufstieg, nicht unzufrieden.
Die Kinder hatten eine kleine Budenstadt aufgebaut, luden die Besucher ein, mit Wurfpfeilen auf Luftballons oder mit Bällen auf Büchsenstapel
zu werfen und ihre Treffsicherheit zu beweisen. Oder am Glücksrad Fortuna freien Lauf zu lassen. Ein Renner war wegen der vielen schönen Gewinne
und dem wohltätigen Zweck auch diesmal wieder die Tombola, berichtet Dr. Christine Grossmann. Mit einem etwas verspäteten Frühschoppenkonzert
des Musikvereins Hoppstädten-Weiersbach hatte gegen Mittag das Unterhaltungsprogramm auf dem Kirchplatz begonnen. Im Gotteshaus stellten die Sweet
Blackbirds ihr Repertoire zwischen Hitparadenpop, klassischen Oldies und christlichem Liedgut vor. Die Gruppe um Jugenddiakon Robert Brennhäusser
wurde gerade mit dem Jugendkulturpreis 2010 der Evangelischen Kirche im Rheinland ausgezeichnet.
Mit Chor und Tanzgruppe präsentierte sich aus Birkenfeld der Deutsch-Russische Selbsthilfeverein, bevor mit Unterhaltungsmusik, gespielt vom MV Birkenfeld,
das Fest ausklang.
Nass geworden waren die Zaungäste der morgendlichen Brunneneinweihung an der Ecke Salzgasse. Was nicht an der ungewöhnlichen Gestaltung des Wasserspenders,
sondern an einem der vielen Regenschauer lag. Der Wasserspender mit drei sprudelnden Marmorsteinen auf einer Schale schließe - so Stadtbürgermeister
Peter Nauert - die Kette der innenstädtischen Brunnen vom Achtstraßenbrunnen bis zum Apothekerbrunnen drunten an der Hauptstraße.
(kpm)
Texte
und Bilder: Nahe Zeitung vom Montag, 21. Juni 2010